Der erste Tag ist vorbei – und ich habe eine Fülle von Eindrücken mitgenommen. Einige sind besonders im Gedächtnis geblieben.

Ich hatte die Chance David Weinberger zum ersten Mal live zu erleben: Ein großartiger Redner, dessen Vortrag “Leadership at the End of the Information Age” sich mit der veränderten Rolle und den veränderten Anforderungen an “Leadership” im Zeitalter des Web 2.0 auseinandersetzte und letztlich ein verändertes Modell der Demokratie entwar, in welchem ein Social Network die Basis für die tatsächliche Mitbestimmung an Entscheidungen der Regierung ist.

Ebenfalls beeindruckend: Paulo Coelho. Der 61-jährige Bestseller-Autor berichtete über seine Erfahrungen mit dem Social Web – von der “User Generated” Verfilmung des Romans “Die Hexe von Portobello”, über seine Meinung zu “illegalen” Kopien seiner Bücher im Netz (diese ließen, beispielsweise in Russland, seine Verkaufszahlen ansteigen), bis hin zu seinen persönlichen Grenzen der Kollaboration: Coelho würde es seinen Lesern nicht gestatten, den Plot oder Charaktere seiner Bücher mitzubestimmen.

Nicht sonderlich begeistert war ich von der erneuten PR-Veranstaltung (und das von einem PR-ler) von Linda Avey bzw. Ihrem Projekt 23andme.com. Das von Google mitfinanzierte Unternehmen (die Mitgründerin Anne Wojcicki ist mit Googles Sergey Brin verheiratet) ermöglicht Jedem für $399 Dollar die Analyse seines/Ihres Genoms – die daraus von 23andme gezogenen Schlussfolgerungen sind meines Wissens nach mindestens anzweifelbar.

Was jenseits aller Vorträge, Interviews und spannender Gesprächspartner ebenfalls im Gedächtnis blieb: Die Kälte. Im Conference Room war es einfach den ganzen Tag furchtbar kalt. Sollte es heute besser sein, werden die Meisten wohl zu warm angezogen sein: Die Teilnehmer haben vorgesorgt.

Ich lasse jetzt den zweiten Tag auf mich zukommen – einige Interviews sind bereits wieder geplant und auf Twitter werdet Ihr ebenfalls einiges von mir hören.

P.S.: Fotos vom ersten Tag finder Ihr u. a. hier.